Cold Drip oder Dutch Coffee: Kalter Kaffee hat Stil

Die Cold Brew Methode haben wir Ihnen bereits in einem Beitrag vorgestellt, diese Woche haben wir die Cold Drip Methode für Sie recherchiert.

Cold Drip Coffee

Der sogenannte Cold Drip Coffee ist eine alte Methode der Kaffeezubereitung, die schon unter Holländischen Seeleuten bekannt war und vermutlich auch von diesen erfunden wurde. Der Cold Drip Coffee ist ein Kaffeekonzentrat, welches durch eine langsame Extraktion des Kaffees entsteht und entsprechend ohne Hitze auskommt. Ähnlich wie beim Cold Brew kann hier gänzlich auf Elektrizität bei der Zubereitung verzichtet werden und auch hier entsteht ein Konzentrat, welches für den späteren Verzehr verdünnt werden sollte.

Beide Methoden erfordern viel Zeit und die Cold Drip Methode sogar spezielle Geträtschaften. Während der Cold Brew mit Utensilien hergestellt werden kann, die sich in den meisten Küchen befinden, braucht der Cold Drip einen sogenannten Dripper.

Utensilien für einen Cold Drip

Der Dripper ist eine Vorrichtung, welche für ein stetiges und langsames Tropfen kalten Wassers auf gemahlenen Kaffe sorgt. So wird der Kaffee besonders schonend extrahiert und behält seine Aromen. Das Wasser wird in einer bestimmten Taktung aus dem Dripper auf das Kaffeepulver gelassen um den Geschmack sowie die Intensität des Kaffeegeschmacks zu beeinflussen.

Hier ist Geduld gefragt, denn so ein Cold Drip läuft auch gerne schon mal 8 Stunden durch den Dripper. Dabei entsteht ein sehr konzentrierter aber auch sehr geschmackvoller Kaffee, welcher trotz der hohen Konzentration an Koffein sehr mild im Geschmack ist.

Zubereitungsvarianten mit einem Cold Drip Kaffee

In der Regel läuft so ein Cold Drin Coffee 3-5 Stunden mit einer Taklung von 45 Tropfen pro Minute durch den Dripper. Auf 100g Kaffee kommen dabei 750ml gefiltertes Wasser.

Der aus dem Dripper gelaufe Kaffee wird dann nicht einfach nur mit Milch oder Zucker verzehrt. Hier tun sich wahre Wunderwerke der Kaffeekunst auf; Cold Drip mit Tonic und Zitrone, mit Sprudelwasser auf reichlich Eis und noch viele weitere Varianten der Kombination mit unüblichen Kaffeezutaten sind im Netz vorhanden.

Cold Drip Coffee als Teil der „Third Wave“

Diese Varianten spiegeln das Sentiment des sogenannten Third Wave Coffee wieder. Kaffee ist nämlich nicht mehr einfach nur ein mogentlicher Wachmacher; die Zubereitungen, Röstverfahren und gerade die Kaffeebohnen werden zelebriert. Die Bohnen kommen von ausgewählten Kaffeebauern, die fairer behandelt und vor allem Wertgeschätzt werden. Die einzelnen Vorzüge jeder Art Kaffee zu kochen werden professionalisiert und ausgefeilt. Es gibt dabei auch keine Präferenz in der Zubereitung, alte Methoden werden neben neuen Methoden nicht nur angeboten, sondern auch verwissenschaftlicht und theoretisiert. Kaffee kann so je nach Lebensweise, Tages- oder auch Jahreszeit genossen werden und das mit der richtigen Zubereitung sowie mit der dafür perfekt geeigneten Bohne. Ein Cold Drip mit Tonic und Zitrone an einem warmen Sommernachmittag ist qualitativ ebenso hochwertig wie ein gewöhnlicher Filterkaffee am Morgen oder der Americano mit Milch für Unterwegs.

Die Gewinner sind dabei die sowohl die Erzeuger als auch die Konsumenten und Liebhaber guten Kaffees. Noch nie gab es so eine Vielfalt an Kaffeespezialitäten für den Mainstream zu erwerben. Überall wird in Coffee Shops oder Kaffeeäusern eine spezielle Varainte angeboten, er wird in allen Varianten genossen und Zubereitungen für jede Lebenslage angeboten. Und auch das Bewusstsein für die Produktionsverhältnisse der Bohnen steigt, denn auch wenn noch viel zu tun ist in Sachen Fair Trade und der Schaffung erträglicher Arbeitsverhältnisse in den Anbaugebieten der Kaffeeländer, so ist langsam aber stetig der Wandel zu hochwertigem Kaffeegenuss zu spüren.

Wir finden diese Entwicklung hochinteressant und freuen uns schon auf die nächsten innovativen Rezeptideen, außergewöhnlichen Röstverfahren und wiederbeleben alter Kaffeezubereitungen weltweit.