Coffee in a Cone, Glitzer-Pfeffi & Co.

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Der neuste Trend heißt Coffee in a Cone und ist laut verschiedener Lifestyle-Magazine der perfekte Instagram Kaffee. Instagram Kaffee? Instagram Kaffee!

Wir haben uns ein paar Gedanken zu Instagram-Food, Produktinszenierungen sowie der Mediatisierung des Alltags gemacht.

Coffee in a Cone

Es geht hierbei um einen Cappuccino in einer mit Schokolade versiegelten Eiswaffel. Offensichtlich einzig für die hashtagschwingende Szene auf Instagram kreiert, wird ein Cappuccino zubereitet, der innerhalb kürzester Zeit getrunken werden muss. Denn auch die speziell konzipierte Waffel gibt nach sieben bis zehn Minuten den Geist auf und der Cappuccino landet auf dem sich unter der Eiswaffel befindenden Grund.

Sieben bis zehn Minuten hören sich zunächst nach einer akzeptablen Zeitspanne für eine Kaffeepause an. Wenn man jedoch bedenkt, dass diese Kreation Fotografiert werden muss, bevor das Fluxuswerk der Latte-Art durch den Konsum der Kaffeespezialität zerstört wird, bleiben einem dann nur noch vier bis fünf Minuten zum genießen des Cappuccinos.

Bis der richtige Winkel gefunden, die Lichtverhältnisse abgeglichen und der Ausschnitt getroffen wurde, hat sich die Eiswaffel schon halb aufgelöst und man atmet die heiße Brühe nur noch schnell ein, bevor man sich an die Filter, Hashtags und den Text zum Post ranmacht.

In Szene gesetzt

Von der Smoothie-Bowl bis zur Latte Art, Essen wird heute immer inszeniert und damit ein extraordinärer Genuss impliziert. Denn heutzutage isst nicht nur das Auge mit sondern die Augen der gesamten Community oder Followerschaft der jeweiligen Person. Dazu werden nicht nur in Gastronomiebetrieben eindrucksvolle Speisen ästhetisch überarbeitet, sondern auch Produkte aus dem Supermarkt in neuem Gewand gekleidet. Glitzer-Pfeffi für die Einhorn-Fans, ironisch betitelte Smoothies für die Marketingmanager und Emoji-Schokolade für die hippen Muttis.

Das Produkte bestimmten Trends entsprechend aufgestellt werden, ohne dass sich dabei die Inhaltsstoffe oder Rezeptur verändern, ist ebenso wie der Prestige-Faktor des Besuchs eines bestimmten Lokals, keine neue Erscheinung. Jedoch hat das Ausmaß zugenommen in welchem die Produkte umgestylt werden: Es wird fotogener und spezifisch für bestimmte Plattformen produziert. Die High-End Produkte sollen in Magazinen und auf renommierten Blogs landen, die Massenware wird für Instagram, Pinterest und YouTube optisch verfeinert und erzielt damit im Idealfall eine hohe Reichweite über die inszenierten Leben von Privatpersonen sowie Influencern. Letztere werden ohne bezahlte Kooperation in den seltensten Fällen von sich aus ein Produkt für die sorgfältig aufgebaute Zielgruppe innerhalb der kuratierten Produktsammlung auf den jeweiligen Plattformen posten.

Wir produzieren immer noch für Menschen

Die Frage ist letztlich ob Mediatisierung, Genuss und Qualität zusammen gehen können, oder ob wir in 20 Jahren Speisen und Getränke ausschließlich für den Konsum auf dem Bildschirm produzieren.

Unsere Kunden schätzen derweil noch den Verzehr unserer Getränkespezialitäten aus traditionellen Trinkgefäßen, aber auch wir müssen in Zukunft verstärkt auf die Präsentationsfähigkeit unserer Produkte auf Sozialen Medien achten. Wie das in einem Business-Umfeld am besten geht, ist unserer Meinung nach immer noch durch Qualität. Jedoch müssen Wege gefunden werden diese Qualität auch in nicht ironischer oder frühpubertärer Ästhetik visuell zu verdeutlichen.

Mit unserer neuen Serviceleistung Getränkekonzepte wollen wir dem Trend der ganzheitlichen Getränkekonzeption für okkulare sowie kulinarische Spezialitäten nachkommen und bieten unseren Kunden einen Service an, mit dem sich nicht nur Instagram-Getränke machen lassen, sondern auch Events konzeptionell durch Getränkekompositionen und Barkonzepte zusammenführen lassen.