Likör: Süßer Genuss mit Schuss

In diesem Artikel gehen wir sowohl auf die Herkunft, Geschichte als auch die Herstellung von Likör ein. Was die Herstellung der Spirituose mit Mazeration zu tun hat und wie auch Sie einen Likör zu Hause zubereiten können, verraten wir Ihnen ebenfalls. Sie sollten also unbedingt weiterlesen.

Geschichte des Likörs

Durch die Entdeckung von Destillationsverfahren im europäischen Raum Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Herstellung von hochprozentigen Spirituosen zunächst als Arznei angegangen. Hierfür wurden bestimmte Kräuter in den destillierten Alkohol eingelegt. Die Kräuter sowie Früchte wurden im Hinblick auf die positiven Effekte auf den Körper ausgewählt und die Wirkstoffe durch Mazeration im Alkohol gelöst. So wurden Liköre vor allem in Klöstern und Apotheken hergestellt sowie vertrieben, bevor Sie als reines Genussmittel konsumiert wurden.

Seit dem 17. Jahrhundert werden Obst- und Kräuterbrände mit Zucker und Aromen versehen, um Likör herzustellen und die Spirituosen als Genussmittel verzehrbar zu machen. Die hohen Zuckerpreise ließen Liköre anfangs in einem sehr eingeschränkten Konsumentenkreis verweilen, bis die Zuckerproduktion in Europa durch Zuckerrohr-Fabriken günstiger wurde und der Likör im 19. Jahrhundert zu einem allgemeinen Genussmittel avancierte.

Die Edlen Brände sind nämlich erst ab einem Zuckergehalt von 10% als Likör zu bezeichnen.

Likör Definition

In der EU gilt eine Spirituose mit mehr als 100g Invertzucker pro Liter als Likör. Bei der Zugabe von Süßmittel im Likör können unterschiedliche Zucker Verwendung finden, jedoch muss der Zuckeranteil mehr als 10% betragen. Weiterhin unterscheidet man zwischen Cremes und Brandweinen. Cremes haben einen Zuckeranteil von 45% und werden in der Regel zur Cocktailherstellung verwendet.

Likör Herstellung

Ein Likör besteht in der Regel aus drei Zutaten: Zucker, Frucht und/oder Kräuter, Alkohol. Der Alkohol kann sowohl aus Fruchtbränden bestehen als auch aus Neutralalkohol agrarwirtschaftlichen Ursprungs. Je nach Grundalkohol bekommt der Likör ein anderes Geschmacksspektrum und verhält sich auch in der Weiterverarbeitung des Endproduktes unterschiedlich.

Der Grundalkohol wird mit Kräutern oder Früchten digeriert oder mazeriert. Die Aromen also entweder mit oder ohne Zufuhr von Wärme im Grunddestillat gelöst, bevor der Destillationsprozess beginnt.

Likör Anwendungen

Ein Likör kann sowohl als Aperitif, Digestif, Cocktail-, Back- oder Kochzutat verwendet werden. Je nach Grunddestillat und Kräuterkomposition sowie Fruchtzugabe eignet sich der entsprechende Likör für bestimmte Verwendungen. Dabei spielt natürlich der persönliche Geschmack sowie das Trinkverhalten eine große Rolle. Im Anschluss wollen wir Ihnen ein Cocktailrezept mit Likörzugabe vorstellen und hoffen, dass Sie auf den zuckersüßen Geschmack kommen.

Rezept mit Likör: Kir Royal

Die Zutaten für dieses Rezept sind simpel aber sehr delikat: 1 Teil Crème de Cassis wird auf 9 Teile Sekt oder Champagner gegeben und fertig ist der royale Cassis Cocktail. In der Regel passen in ein Champagnerglas oder Sektkelch 150ml oder 15cl.

Für dieses Volumen würde sich  die Menge der Einzelnen Zutaten also auf 15ml Crème de Cassis und 135ml Sekt oder Champagner belaufen.