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Punsch: Was ist drin, woher kommt er & wie wird er gemacht?

Das leckere Mischgetränk gibt es seit dem 17. Jahrhundert in Europa. Woher es kommt und warum es bis heute noch ein beliebtes Getränk ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Der Weg des Punsches in die europäischen Rezept-Bücher

Weit verbreitet ist die Theorie, das Getränk komme aus Indien. Über die englische Seehandelsflotte soll es nach Europa gelangt sein. Das Wort Panc welches fünf bedeutet und sich angeblich auf die  fünf Zutaten des Punsches, Arrak, Tee, Zitrone, Zucker sowie Gewürze, bezieht, ist Sanskrit und auch der im Punsch verwendete Tee deutet auf eine indische Herkunft hin.

Eine andere Überlegung hingegen ist, dass das Getränk seinen Namen den sogenannten Puncheons verdankt. Die Puncheons sind die Fässer in denen Rum aus der Karibik transportiert wurde und ebenfalls bei Seefahrern bekannt waren. So ist es ebenfalls plausibel, dass das Mischgetränk eine zufällige Errungenschaft von Seefahrern ist, die sich ein warmes sowie Alkoholhaltiges Getränk auf langen Seereisen gemischt haben.

Ob aus Indien oder der Karibik, in Europa existieren seit dem 17. Jahrhundert verschiedene Rezepte und bis heute ist der Punsch ein beliebtes Wintergetränk. Vom österreichischen Jagertee bis zur Feuerzangenbowle gibt es zahlreiche Variationen von Punsch, die sowohl mit als auch ohne Alkohol überaus genießbar sind.

Punsch und seine Bestandteile

Punsch besteht klassischer Weise aus Tee, Gewürzen, Zitrusfrucht, Fruchtsaft sowie einer Spirituose. Der Tee ist derweil meist schon sehr würzig und wird durch Gewürze wie Sternanis, Kardamom, Muskat, Zimtstangen oder sogar auch Pfeffer in seiner Würzigkeit unterstützt.

Dazu kommen die fruchtigen Zitrusnoten der Schalen von Orange, Zitrone oder auch Grapefruit, deren Bitterstoffe meist durch die Zugabe von Zucker ausgeglichen werden. Die Spirituose ist weniger des Geschmacks wegen im Punsch, denn der aufwärmenden Eigenschaften des Alkohols.

Da Punsch mit alkoholischer Zugabe vermehrt im Winter auf Märkten oder zu den stattfindenden Feierlichkeiten getrunken wird, macht die hochprozentige Zugabe lustig und warm gleichermaßen.

Punsch ohne Alkohol

Punsch muss nicht immer mit Alkohol serviert werden. Für alle, die den alkoholfreien Genuss bevorzugen kann leckerer Punsch ohne Alkohol eine wahre Gaumenfreude sein und wird so auch für kleine Schleckermäuler genießbar.

Man kann getrost den ein oder anderen Saft hinzufügen statt der Spirituose und so ein noch süßeres Getränk kreieren. Oft mit „Autofahrerpunsch“ betitelt erfreuen sich die alkoholfreien Varianten an großer Beliebtheit und bieten nicht nur Autofahrern eine Alternative zum hochprozentigen Punsch.

Punsch Rezepte

In der Regel wird ein Tee gekocht, welcher dann zusammen mit Gewürzen und Säften erhitzt wird. Der Punsch sollte niemals kochen, da sonst der Alkoholgehalt der verwendeten Spirituose verloren geht und auch die Geschmäcker der verschiedenen Zutaten verloren gehen können.

Gängige Rezepte enthalten Sternanis, Zimt, Orangen oder Zitronenschalen sowie Beeren in getrockneter Form als Tee oder auch frisch. Daneben werden hochprozentige Spirituosen verwendet, wobei auch Wein oder Sekt gelegentlich ihren Weg in den Punsch finden.

Die Familie Collins: Tom, Ron, Sandy, José & Co.

Der klassische Tom oder John Collins wird seit Beginn des 19. Jahrhunderts in englischen sowie amerikanischen Bars gemixt. Anfänglich mit Gin, Zitronensaft sowie Sprudelwasser gemischt, hat sich der Drink über die Jahrhunderte wenig weiterentwickelt, aber eine ganze Reihe von Varianten abgelegt.

Geschichte

Das Familienoberhaupt dieser Cocktails ist Tom Collins, welcher seinen Namen der Gin-Sorte Old Tom sweetened Gin verdankt.

Die Verortung der Cocktailgenesis reicht von St. Louis bis in das England der Industriellen Revolution. Auf dem Gin Fizz aufbauend, erzählt eine Entstehungsgeschichte von einer amerikanischen Cocktailschöpfung, die ihren Weg aufgrund ihres geschmacklichen Charakters in amerikanische Bars in England gefunden hat. Weitere Entstehungsmythen schreiben diesem Drink einen Ursprung in Irland zu oder verorten die Geburt des Cocktails in einem londoner Hotel und Kaffeehaus im 18. Jahrhundert.

Eines haben die Entstehungsmythen allerdings gemeinsam: die Zutaten. Gin, Zitrussaft, Süßmittel sowie Sprudelwasser kommen in allen historischen Rezepten vor.

Zusammensetzung

Ein Collins besteht aus einer 4 Teilen Sprudelwasser, 3 Teilen Spirituose, 2 Teilen Zitrussaft sowie einem Teil Zuckersirup und wird in einem hohen Barglas auf Eis serviert. Der Zuckeranteil richtet sich nach dem Säuregehalt des Zitrussaftes, da gerade bei frisch gepressten Säften der Säuregehalt schwanken kann. Die verschiedenen Namen der Familie richten sich nach der im jeweiligen Cocktail verwendeten Spirituose:

  • Gin = Tom oder John Collins
  • Rum = Ron Collins
  • Scotch Whiskey = Sandy Collins
  • Tequila = José oder Juan Collins
  • Wodka = Comrade

Es gibt Collins-Variationen mit weiteren Spirituosen, wir haben lediglich die bekanntesten aufgezählt.

Rezept

Der klassische Tom Collins wird wie folgt zubereitet:

  • 4.5 cl Old Tom Gin
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 1.5 cl Zuckersirup
  • 6 cl Sprudelwasser

Die Zutaten in einen Cocktailshaker geben und nur kurz, ohne wesentliche Krafteinwirkung, schütteln. Den Drink über Eis in einem hohen Barglas abseihen und mit einer Zitronenspalte garnieren.