Kategorie: Wissenswertes

Hokkaido Kürbis: Der leckere Alleskönner mit Biss

Der beliebte Kürbis ist ein wahrer Alleskönner — von der Suppe bis zur krossen Beilage kann mit dem Kürbis fast alles veranstaltet werden. Selbst Roh ist der Hokkaidokürbis genießbar und auch in Salaten, Dressing oder gar als Suppenschale kann man den Kürbis verwenden.

Hokkaido Kürbis Herkunft

Der Kürbis stammt ursprünglich von der Insel und gleichnamigen Präfektur Hokkaidō in Japan. 1853 brachte die US-Amerikanische Seeflotte während einer Verhandlung über den Seehandel mit Japan Kürbisse der Sorte Hubbard mit. Da diese Kürbisse nicht wirklich geschmacksträchtig waren, wurden die Samen der Curcubita Maxima weiterentwickelt bzw. weiter gezüchtet und daraus entstand nach einiger Zuchtarbeit der bis Heute beliebte und so vielseitige Hokkaido Kürbis.

Hokkaido Kürbis Anbaugebiete

Der Hokkaido Kürbis wächst in stickstoffreicher Erde bei einer Bodentemperatur ab 10 Grad Celsius. Damit können die Samen in Deutschland ab Mai nach den Eisheiligen ausgesät werden und brauchen ab dann weder eine Schutzfolie, noch eine große Menge an protektiven Mitteln gegen Ungeziefer oder ähnliche Schädlinge. Ein lehmiger Sandboden mit genügend Nährstoffen reicht in der Regel aus, um eine ertragreiche Ernte zu erzielen. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung wurden 2015 in Deutschland 68.320t Hokkaido Kürbis geerntet.

Hokkaido Kürbis Zubereitungen

Wie schon erwähnt, kann man mit diesem Kürbis nahezu alles anstellen worauf man Lust hat. Die Schale ist zum Verzehr geeignet und gibt einen zusätzlichen nussigen Geschmack ab. Die Kerne können getrocknet und anschließend ausgesät werden oder sogar geröstet verzehrt werden. In Streifen geschnitten sowie im Ofen geröstet, mit ein wenig Salz sowie Öl versehen, macht sich der Hokkaido Kürbis hervorragend als Beilage statt Pommes. Nussig, weich und orange schmeckt der leckere Kürbis fast noch besser als frittierte Süßkartoffel-Pommes, welche ebenfalls einen nussigen Geschmack aufweisen.

Im Salat kann der Hokkaido Kürbis sowohl gebacken als auch gekocht auftauchen und in der Kombination mit Schafskäse und getrockneten Tomaten entfalten sich ganz neue Geschmackswelten auf der Zunge.

Aber auch als Smoothie-Zutat kann der vielseitige Kürbis einiges. Wenn Sie ein Rezept für einen Smoothie mit Hokkaido-Kürbis haben wollen, müssen Sie sich noch ein paar Tage gedulden. Unsere Smoothie-Spezialisten arbeiten an einem ausgeklügeltem Rezept für die kälteren Herbsttage.

Ein Rezept für einen Pumpkin-Spice-Latte können Sie schon auf unserem Blog nachlesen und zu Hause mit Hokkaido Kürbis zubereiten. Wir Wünschen viel Spaß beim Nachmachen und wünschen Ihnen schöne, bunte Herbsttage!

Gin Mazeration

In diesem Artikel soll es um die Mazeration als Verfahren bei der Herstellung von Gin gehen. Das Verfahren wird bei der Herstellung vieler Spirituosen angewendet und ist sowohl in der Medizin als auch der Biologie sowie der Restauration bekannt.

Mazeration

Das Verfahren beruht auf der Lösungskraft von Flüssigkeiten. Generell wird bei der Mazeration ein Gegenstand in einer Flüssigkeit eingeweicht und so die äußere Hülle durchlässig gemacht. Bei Pflanzen oder Samen heißt das: Die Zellmembran wird durchlässig gemacht, um die Aromastoffe aus dem Inneren der Zelle der Pflanze oder des Samens nach Außen in das Lösungsmittel zu transportieren.

Der Alkohol dringt dabei zwischen Zellmembran und Zellkern ein und macht die schützende Membran porös. Ein höherer Alkoholgehalt des Grundalkohols bedingt aber weder eine schnellere oder bessere Mazeration, da sich die unterschiedlichen Bestandteile der Gewürze, Kräuter und Früchte auch in unterschiedlicher Weise im Grunddestillat lösen. Einige Bestandteile der sogenannten Botanicals lösen sich besser in Wasser als in Alkohol und deswegen wird in den meisten Fällen in einem Grunddestillat von ca. 70 Volumenprozent mazeriert.

Der Prozeß der Aromenextraktion lässt sich aber beispielsweise durch das Zuführen von Wärme beschleunigen. Dieser Prozeß nennt sich dann Digeration und wird bei der Herstellung von Gin angewendet.

Mazeration bei der Herstellung von Gin: Digeration

Für den Geschmack eines Gins sind die zugefügten Botanicals bedeutend. Das sind je nach Rezeptur eine Mischung aus Kräutern, Samen und Gewürzen, welche dem Grunddestillat aus Kornmaische oder Melasse hinzugefügt werden. Für die Digeration gibt es zwei Methoden: Das Destillieren, oder auch Brennen des Grundalkohols mit der Kräuter- und Gewürzmischung oder das Leiten der Alkoholdämpfe über die Gewürzmischung bei welcher Aromastoffe in den Dampf gelangen und dieser dann wieder in den flüssigen Zustand zurückgeführt wird.

In beiden Fällen wird also Wärme angewendet um die Aromastoffe im Alkohol zu lösen.

Shooter: Kurze Gaumenfreunden mit Schuß

Shooter sind kleine, zwei bis vier cl umfassende, Getränke die in der Regel in einem Zug getrunken werden. Dabei reichen die Varianten von einfachen Spirituosen wie Wodka, Gin oder Korn über feurige und vorbereitete Varianten wie den Mexikaner bis zu aufwendig direkt im Glas kreierten Kompositionen mit mehreren Zutaten.

Shooter an der Bar

Jede Bar die etwas auf sich hält, hat einen spezifischen Shooter oder „Kurzen“ den die Barkeeper auf Lager haben. Die Bars die so einen Signatur-Shooter vorbereiten, sind in der Regel auch gut besucht und haben eine große Stammkundschaft auf welche der Drink meist auch zugeschnitten ist.

Mit Freunden oder der Verabredeung für den Abend kann so ein kleiner Lustigmacher auch schon mal vor dem eigentlichen Cocktail verzehrt werden oder als Zugabe zu einem Bier die Geschmacksnerven ein wenig kitzeln.

Shooter im Überblick

Es gibt sie in allen möglichen Geschmacksrichtungen, Farben und Konsistenzen. Hierzulande sind vor allem Mexikaner beliebt, aber auch die Klassiker wie der sogenannte Orgasmus oder der B52 werden häufig bestellt. In Niedersachsen trinkt man zu bestimmten Anlässen auch gerne Lütje-Lage, quasi ein doppelter Shot, da der Korn in einer Art Miniatur-Martinischale über dem mit Bier gefüllten Schnapsglas zwischen Zeige- und Mittelfinger gehalten wird. So ergeben sich nicht nur lustige Gesichtsausdrücke, sondern auch bekleckerte Oberteile.

Gemixte Shooter sind selbstverständlich immer und überall ein wenig anders. Zu den bekannteren gemixten Shootern zählen unter anderem der Kamikaze, welcher auch ein Short Drink ist, der Lemon Drop oder zum Beispiel der bereits erwähnte Mexikaner.

Geschichtete Shooter Der B52 ist ein geschichteter Shooter aus Irischem Likör, Kaffeelikör und Triple Sec, weitere geschichtete Shooter sind zum Beispiel der After Eight aus Crème de Menthe, Tia Maria sowie Baileys.

Shooter mit Bier Lütje-Lage ist zwar kein Shooter in einem Glas, dafür aber einer mit erhöhtem Spaßfaktor. Weiterhin zählen Drinks wie das der Lütje-Lage ähnelnde U-Boot zu den Shootern mit Bier oder auch die sogenannte Jäger-Bomb für welche ein Shot Jägermeister in einem Bierglas versenkt wird.

Cold Drip oder Dutch Coffee: Kalter Kaffee hat Stil

Die Cold Brew Methode haben wir Ihnen bereits in einem Beitrag vorgestellt, diese Woche haben wir die Cold Drip Methode für Sie recherchiert.

Cold Drip Coffee

Der sogenannte Cold Drip Coffee ist eine alte Methode der Kaffeezubereitung, die schon unter Holländischen Seeleuten bekannt war und vermutlich auch von diesen erfunden wurde. Der Cold Drip Coffee ist ein Kaffeekonzentrat, welches durch eine langsame Extraktion des Kaffees entsteht und entsprechend ohne Hitze auskommt. Ähnlich wie beim Cold Brew kann hier gänzlich auf Elektrizität bei der Zubereitung verzichtet werden und auch hier entsteht ein Konzentrat, welches für den späteren Verzehr verdünnt werden sollte.

Beide Methoden erfordern viel Zeit und die Cold Drip Methode sogar spezielle Geträtschaften. Während der Cold Brew mit Utensilien hergestellt werden kann, die sich in den meisten Küchen befinden, braucht der Cold Drip einen sogenannten Dripper.

Utensilien für einen Cold Drip

Der Dripper ist eine Vorrichtung, welche für ein stetiges und langsames Tropfen kalten Wassers auf gemahlenen Kaffe sorgt. So wird der Kaffee besonders schonend extrahiert und behält seine Aromen. Das Wasser wird in einer bestimmten Taktung aus dem Dripper auf das Kaffeepulver gelassen um den Geschmack sowie die Intensität des Kaffeegeschmacks zu beeinflussen.

Hier ist Geduld gefragt, denn so ein Cold Drip läuft auch gerne schon mal 8 Stunden durch den Dripper. Dabei entsteht ein sehr konzentrierter aber auch sehr geschmackvoller Kaffee, welcher trotz der hohen Konzentration an Koffein sehr mild im Geschmack ist.

Zubereitungsvarianten mit einem Cold Drip Kaffee

In der Regel läuft so ein Cold Drin Coffee 3-5 Stunden mit einer Taklung von 45 Tropfen pro Minute durch den Dripper. Auf 100g Kaffee kommen dabei 750ml gefiltertes Wasser.

Der aus dem Dripper gelaufe Kaffee wird dann nicht einfach nur mit Milch oder Zucker verzehrt. Hier tun sich wahre Wunderwerke der Kaffeekunst auf; Cold Drip mit Tonic und Zitrone, mit Sprudelwasser auf reichlich Eis und noch viele weitere Varianten der Kombination mit unüblichen Kaffeezutaten sind im Netz vorhanden.

Cold Drip Coffee als Teil der „Third Wave“

Diese Varianten spiegeln das Sentiment des sogenannten Third Wave Coffee wieder. Kaffee ist nämlich nicht mehr einfach nur ein mogentlicher Wachmacher; die Zubereitungen, Röstverfahren und gerade die Kaffeebohnen werden zelebriert. Die Bohnen kommen von ausgewählten Kaffeebauern, die fairer behandelt und vor allem Wertgeschätzt werden. Die einzelnen Vorzüge jeder Art Kaffee zu kochen werden professionalisiert und ausgefeilt. Es gibt dabei auch keine Präferenz in der Zubereitung, alte Methoden werden neben neuen Methoden nicht nur angeboten, sondern auch verwissenschaftlicht und theoretisiert. Kaffee kann so je nach Lebensweise, Tages- oder auch Jahreszeit genossen werden und das mit der richtigen Zubereitung sowie mit der dafür perfekt geeigneten Bohne. Ein Cold Drip mit Tonic und Zitrone an einem warmen Sommernachmittag ist qualitativ ebenso hochwertig wie ein gewöhnlicher FIlterkaffee am Morgen oder der Americano mit Milch für Unterwegs.

Die Gewinner sind dabei die sowohl die Erzeuger als auch die Konsumenten und Liebhaber guten Kaffees. Noch nie gab es so eine Vielfalt an Kaffeespezialitäten für den Mainstream zu erwerben. Überall wird in Coffee Shops oder Kaffeeäusern eine spezielle Varainte des er wird in allen Varianten genossen und Zubereitungen für jede Lebenslage angeboten. Und auch das Bewusstsein für die Produktionsverhältnisse der Bohnen steigt, denn auch wenn noch viel zu tun ist in Sachen Fair Trade und der Schaffung erträglicher Arbeitsverhältnisse in den Anbaugebieten der Kaffeeländer, so ist langsam aber stetig der Wandel zu hochwertigem Kaffeegenuss zu spüren.

Wir finden diese Entwicklung hochinteressant und freuen uns schon auf die nächsten innovativen Rezeptideen, außergewöhnlichen Röstverfahren und wiederbeleben alter Kaffeezubereitungen weltweit.

Was ist ein Shortdrink?

Ein kurze Erklärung zu einem kurzen Drink.

Ein Shortdrink ist in den meisten fällen ein klassischer Digestif oder Aperitif, da dieser ein geringes Volumen hat und in der Regel aus wenigen Zutaten besteht. Dabei reicht das Volumen der Shortdrinks von 5cl bis maximal 10cl. Die Bezeichnung Short- oder Longdrink weist auf das Volumen der Getränke hin, gibt aber keinen Aufschluss über die Cocktailfamilie, wie beispielsweise Crusta, Highball, Collins und Co.

Klassische Shortdrink-Cocktails sind zum Beispiel der Whiskey-Sour oder der Gimlet. Der Gimlet zählt aufgrund des geringen Volumens als Shortdrink. Wer sich seinen Gimlet mit Tonic oder Sprudelwasser auffüllt, erhält einen erfrischenden Longdrink mit sommerlicher Zitrusnote. Der Whiskey-Sour ist sowohl ein Sour, als auch ein klassischer Cocktail und überzeugt neben den typischen Geschmacksnoten durch den frischen Zitronensaft.

 

Wollen Sie mehr über Cocktailkategorien erfahren? Dann stöbern Sie gerne in unserem Blog — wir haben viele interessante Artikel für Sie bereitgestellt und in der Kategorie Wissenswertes gibt es zahlreiche Informationen zu Cocktails, Kaffee und Smoothies.

Spirituosen mit Anis im Überblick: Sambuca

Der letzte Teil unserer Reihe über Anisspirituosen konzentriert sich auf Sambuca. Der Italienische Anislikör, der meist zum oder nach dem Kaffee getrunken wird, ist farblos und hat einen Alkoholgehalt von mindestens 38 Volumenprozent.

Herstellung, Geschichte & Trinkgepflogenheiten

In der Regel wird der Sambuca mit ätherischen Ölen aromatisiert. Dafür wird ein Grunddestillat mit einer Zuckerlösung sowie verschiedenen Gewürzen zum Anislikör gebrannt. Sternanis, Anis sowie Süßholz sind neben anderen Gewürzen im Likör enthalten.

Die erste Aufzeichnung über die Herstellung eines solchen Anislikörs ist auf das Jahr 1800 datiert und gibt den Ort Civitavecchia als Heimatort des aromatisierten Likörs an. In diesem Ort wurde auch der bekannte Sambuca Molinari erstmals produziert.

Getrunken wird der Anislikör vornehmlich zum Kaffee in verschiedenen Weisen. Einmal kann der Sambuca als Zuckerersatz verwendet werden, der Kaffee nennt sich dann „resentín“ oder im Falle eines Espressos „corretto“, in diesen Fällen wird der Sambuca in den Kaffee geschüttet.

„Con la Mosca“ ist die wohl bekannteste Art den Likör zu verzehren; hierfür werden drei Kaffeebohnen im Glas platziert und zusammen mit dem Likör angezündet.

Die naheliegende Art den Likör zu genießen ist eisgekühlt oder auf Eis serviert, auch wenn diese Variante weniger traditionell ist, verschafft sie dem Gaumen immerhin eine kleine geschmackvolle Abkühlung mit Anis-Note.

 

Unsere Beträge aus der Reihe „Spirituosen mit Anis im Überblick“ sind Ouzo und Mastika, Pernod, Absinth und Pastis sowie Arrak und Raki und stehen auf unserem Blog zur Verfügung.

Die Espressokanne

Espressokannen gibt es in verschiedenen Varianten, grundsätzlich unterscheiden sich die Modelle aber vor allem im Material: Aluminium und Edelstahl.

Wir empfehlen die Verwendung einer Edelstahlkanne, die trotz des meist höheren Preises mehr Vorteile bietet als die Variante aus Aluminium. Zum einen kann die Edelstahlkanne sowohl auf Ceranfeldern, Induktionsplatten, Elektroherden als auch auf Gasherden verwendet werden und zum anderen ist bei den meisten Modellen eine Reinigung in der Spülmaschine möglich.

Aluminiumkannen haben in der Regel zwar das klassische „Bialetti“-Design und sind preiswerter als die Variante aus Edelstahl, kann aber nur auf Gas oder Elektroherden verwendet werden und sollte unter keinen Umständen in der Spülmaschine gereinigt werden, da die Kanne dann entsorgt werden muss.

Der Espressokocher, wie auch Handfilter und French Press ist ein gute Investition für die Camping-Freudigen unter Ihnen. Aluminiumkannen sind leichter als die Versionen aus Edelstahl, reichen für den Campingausflug vollkommen aus und kochen auch ohne Strom einen leckeren Kaffee. Ob nun Gasbrenner oder Lagerfeuer, mit der richtigen Vorrichtung können Sie auch in der Natur frischen Kaffee genießen.

Spirituosen mit Anis im Überblick: Arrak & Raki

Im dritten Teil unserer Beitragsreihe über Anisspirituosen werfen wir einen Blick auf Raki und Arrak, die sich abgesehen von der Wortnähe nicht im geringsten ähneln. Sowohl Raki als auch Arrak lassen sich wahrscheinlich vom arabischen Wort araq ableiten, welches im Arabischen „süßer Saft“ oder auch „Schweiß“ bedeutet. Die Zutaten sind jedoch sehr unterschiedlich und haben nur das Anisaroma gemeinsam.

Raki

Das für den Raki verwendete Destillat aus Weintrauben oder Rosinen wird durch Mazeration mit Anissamen aromatisiert und anschließend erneut destilliert, bevor es verdünnt wird. Raki wird mit unterschiedlichen Anteilen frischer und getrockneter Trauben hergestellt, welche auch die verschiedenen Geschmacksvariationen bedingen. Weiterhin ist das Verhältnis von Trauben zu Anis für den Geschmack entscheidend sowie der Alkoholgehalt. Raki wird fast nie our getrunken und im Normalfall immer zu einer Auswahl an kleinen Delikatessen genossen. Die sogenannten „Meze“ gehören zur türkischen Trinkkultur dazu und gestalten sich ähnlich wie die griechischen „Mezedes“ oder die spanischen „Tapas“, welche meist in Verbindung mit Alkohol serviert werden.

Arrak

Ist ein aus Palmwein destillierter Schnaps welcher im letzten Destillationsvorgang mit Anis gebrannt wird. Der Schnaps hat seinen Ursprung wahrscheinlich in Indien und wird heute vornehmlich in Indonesien, Sri Lanka sowie südostasiatischen Ländern hergestellt. Da die Herstellungsverfahren sowie die Zutaten von Land zu Land unterschiedlich sind wird die Bezeichnung für die Spirituose in der EU nicht definiert. In den meisten Fällen besteht die Spirituose aus Palmwein oder Reismaische und Zuckerrohr. Einige Arraksorten werden in Holzfässern über mehrere Jahre gelagert und erlangen so ein dem Whiskey ähnliches Geschmacksprofil sowie eine leicht bräunliche Färbung. Getrunken wird der Schnaps traditionell pur oder mit Ginger Beer, aber auch zum Abschmecken von Süßspeisen wird der Anisschnaps oft in Rezepten erwähnt.

Spirituosen mit Anis im Überblick: Pastis, Pernod & Absinth

Im zweiten Teil unserer Beitragsreihe über Anisschnäpse wenden wir uns den französischen Varianten der Gewürzspirituosen zu. Die Anisliköre unterscheiden sich nicht nur in den leicht abgewandelten Rezepturen, sondern auch in der Zubereitung. 

Pastis

Pastis ist sozusagen als Ersatz-Absinth entstanden, welcher in den 1920er Jahren in Frankreich verboten wurde. Die dem Absinth ähnlichen Geschmackskomponenten des Pastis machten den Likör zu einer legitimen Alternative des Absinth-Genusses. Pastis wird durch die Mazeration verschiedener Kräuter und Gewürze in Neutralalkohol gewonnen. Darunter fallen Anis, Sternanis (Foto), Fenchel, Süßholzwurzel, Pfeffer, Kardamom sowie Salbei. Der Alkoholgehalt beträgt meistens 45 Volumenprozent und wird für den Verzehr mit 5 Teilen Wasser auf einen Teil Pastis gemischt, der dabei entstehende „Louche-Effekt“ ist typisch für Anisée bzw. Anisspirituosen und entsteht beim Passats durch die ätherischen Öle, welche durch die Verdünnung unlöslich werden.

Pernod

Der Pernod ist der gleichnamige Likör zur Marke, welche unter anderem auch Pastis herstellt und vertreibt. Der Pernod ist dem Pastis ähnlich, wird aber anders hergestellt. Der größte Unterschied liegt dabei in der Aromatisierung der Liköre; der Pernod wird mit destillierten Kräuteressenzen vermischt, während der Pastis durch Mazeration seine typischen Aromen erhält. Die destillierten Kräuteressenzen werden einem dreifach destillierten Alkohol hinzugefügt und bestehen neben der Anisessenz unter anderem auch aus Essenzen des Korianders, Fenchel sowie Minzessenz. Auch der Pernod besitzt den „Louche-Effekt“, wird ebenfalls mit Wasser für den Verzehr verdünnt und hat einen Alkoholgehalt von ca. 40 Volumenprozent.

Absinth

Die sagenumwobenste Variante der in dieser Beitragsreihe vorgestellten Anisspirituosen kommt ursprünglich aus der Schweiz. Als Heilmittel intendiert, hat sich die Mixtur aus Wermut, Anis und  Fenchel schnell zu einem gefährlichen Laster der Gesellschaft entwickelt und wurde in den 1920er Jahren fast überall auf der Welt verboten. Der hohe Alkoholgehalt von teilweise bis zu 85 Volumenprozent dürfte daran schuld tragen, welcher das hohe Abhängigkeitspotenzial sowie die Halluzinationen begünstigte. Heutzutage ist der Anislikör wieder in den meisten Ländern erhältlich und wird auch mit geringerem Alkoholgehalt vertrieben. Die geschmacksgebenden Kräuter des Absinths werden in Wein- oder Neutralalkohol mazeriert und anschließend mehrfach destilliert, um die starken Bitterstoffe aus dem Endprodukt zu bekommen. Die Färbung erhält hochwertiger Absinth durch Pontischen Wermut, Ysop oder auch Melisse und verlangt ein hohes Maß an Können. Minderwertiger Absinth wird daher meist mit Lebensmittelfarbe eingefärbt und auch nicht durch Mazeration hergestellt, sondern durch die Zugabe von Absinthessenz in Neutralalkohol. Auch der Absinth wird klassischer Weise niemals pur, sondern mit Wasser verdünnt getrunken und besitzt ebenfalls den „Louche-Effekt“.

Piña Colada — Rezept, Hintergründe & Erklärungen

Der klassische Rumcocktail mit Urlaubsflair ist im süßeren Bereich des Geschmacksspektrums angesiedelt.

Dem Piña Colada wird in der Karibik ein eigener Feiertag eingeräumt und ist der offizielle Drink Puerto Ricos. Mitte des 20. Jahrhunderts in Puerto Rico erfunden, erlangte der Drink in den USA und danach in Europa Bekanntheit. Der Ursprung wird unter anderem in der Beachbomber Bar des Hilton Caribe in Puerto Rico verortet und die prominenten Gäste des Hotels verhalfen dem süßen Ananasgetränk weltweit zu großem Ruhm.

Der offizielle Piña Colada Tag ist der 10. Juli; an diesem Tag sollte man sich den fruchtigen Cocktail gönnen. Auch wenn das Wetter hierzulande nicht mitspielt, versetzt einen der exotisch süße Drink gleich in entspannte Urlaubslaune.

Wortwörtlich übersetzt heißt Piña Colada „gesiebte Ananas“, welche bei der traditionellen Herstellung frisch entsaftet und durch ein Barsieb in den Cocktail gelangt. Weiterhin verlangt das Getränk nach Kokoscreme sowie Rum.

Rezept & Zubereitung

Die Grundzutaten, welche in der Region schon lange vor der offiziellen Erfindung des Drinks verfügbar waren, wurden entsprechend in alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken verwendet. Die Zugabe von Kokosnusscreme allerdings, wurde erst durch das industriell hergestellte Produkt vermehrt verwendet und gibt dem Drink die typisch cremige Konsistenz, die wir heute kennen. Auch die Verwendung von elektronischen Mixern ist erst seit den späten 1950ern eine standardmäßige Praxis.

Der Piña Colada lässt sich aber auch hervorragend im Cocktailshaker zubereiten, das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Dazu gibt man einen Teil Kokoscreme oder Kokosmilch zusammen mit einem Teil Rum sowie drei Teilen Ananassaft in einen Cocktailshaker mit Eis. Gerade bei der Verwendung von Kokosmilch empfiehlt es sich gut zu shaken, da sie meist sehr dickflüssig ist und nicht so einfach durch schütteln mit den anderen Zutaten zu vereinen ist. Weiterhin wird der Drink über ein Barsieb abgeseiht sowie mit einer Maraschino-Kirsche und einer Ananasscheibe dekoriert.

Im Mixer kann der Ananassaft frisch gepresst sein und die Kokosmilch ohne Bedenken verwendet werden, da hier alle Teile zu einer homogenen Masse zerkleinert sowie aufgeschlagen werden. (Ein Smoothie mit Schuss quasi.)